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Sep 15

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Going, going, gone! HSG-Bidding

Wie sehr haben wir uns alle im Gymnasium noch auf die Freiheit des Studiums gefreut? Da waren verschie lamanzanillamexico.com den e Faktoren, die uns mit jener riesigen Vorfreude erfüllten. Und irgendwo zwischen dem Ausziehen von zu Hause, dem WG-Leben, den Partys für Studierenden, etc. war sicher auch (wenigstens ein bisschen) das Studium selber vertreten. Anders als im Gymi konnten wir jetzt Kurse wählen, das machen, was uns gefällt, unser Lernen nach persönlichen Interessen gestalten. Doch da war noch das Bidding.

Als wir im Sommer angefangen haben, uns (erstmals) mit der ganzen Organisation des Studiums auseinanderzusetzen, sorgte das Bidding schon für Verwirrung. Kurse kaufen mit einer Uni-Währung? Freitagsmodelle? Hä? Die Tage waren aber heiss und die Frist noch in weiter Ferne, also schalteten wir den Compi ab, machten mit Freunden ab und genossen den Sommer. Anfangs September dann, als das Bidding offiziell eröffnet war, schauten wir wieder das ServicePortal an in der Hoffnung, es würde uns ein Licht aufgehen. Es blieb aber dunkel (wenn nicht noch dunkler), und Ratlosigkeit wurde langsam zur Verzweiflung. Was war LWA? Wieso waren manche BWL-Übungen nicht immer zur gleichen Zeit? Am Montag hatten wir doch frei? Unsere letzte Chance war noch die Startwoche, in der wir uns sicher waren, es müsse alles klar werden. Wieder wurden wir enttäuscht. Ja, die Tutoren konnten gut zusammenfassen, was auf allen Merkblättern stand. Sie haben uns Tipps gegeben, welche DozentInnen zu empfehlen, welche unbedingt zu vermeiden sind („Überall 0 Punkte setzen, ausser bei ihm!!“). Aber die Tatsache, dass sie sich gegenseitig zum eigenen Bidding noch besorgt Fragen stellten, machte einen unsicheren Eindruck. Richtig verstanden haben es noch die Wenigsten.

Schliesslich muss man zugeben, dass es nach langen Stunden Auseinandersetzung, heftigen Diskussionen und starken Kopfschmerzen doch möglich war, sich ein Grundverständnis des Konzepts zu erarbeiten. Wenigstens war es für diejenigen möglich, die sich dazu die Zeit genommen haben. Andere haben unterwegs mit einem „Scheissegal!“ frustriert aufgegeben, und sich entweder der Willkür der automatischen Einteilung ergeben oder einen netten Freund oder Tutor gebeten, für sie einfach irgendwas zu bidden. Pokern konnten sie schliesslich auch im Casino mit höheren Gewinnchancen. Bis Donnerstagmittag werden wohl alle gebiddet haben (oder absichtlich einfach nicht), am Freitag werden die Stundenpläne kommen, und dann wird der ganze Stress des Biddings für ein Semester vergessen gehen. „C’est la vie“, könnte man also sagen- war ja garnicht so schlimm. Aber ist yagirlsgames.com die ganze Kompexität wirklich nötig?

Wir sind an einer Wirtschaftshochschule. Die Idee vom Bidding ist daher nicht völlig abwegig. Man hat ein limitiertes Budget (1000 Punkte für uns Assessis), mehrere mögliche Kurse mit einer bestimmten Anzahl Plätze (knappe Resourcen), daher hat alles seinen Preis. So entsteht aus dem HSG-Bidding ein Markt nicht für Öl oder Salz, sondern für Freitagsmodelle und LWA. Theoretisch tönt dies geschickt und nicht ganz unspannend, aber gewisse Faktoren verderben den Spass. Eine Bedingung des kompetitiven Markts ist nämlich die perfekte Information, die überhaupt nicht gegeben ist. Abgesehen davon, dass wir als Assessis kaum wissen, was der Unterschied zwischen einer Vorlesung und einer Übung ist, kennen wir auch die verschiedenen DozentInnen nicht. Wie kann uns da eine Übungsgruppe mehr wert sein wie eine andere? Nur die Zeit kann uns von Interesse sein. Möglichst früh nach Hause, lautet hier das Motto. Aber selbst sie führt uns nicht zu einer Entscheidung, da in jedem Modell alle Zeiten vertreten zu sein scheinen. Einzig im ersten Freitagsmodell sieht es tatsächlich so aus, als wäre man um 14:00 mit allem fertig. Bidden heisst es also! Alles setzen! Einzelne Tutoren erzählen aber von ihren Erfahrungen, als sie alle 1000 Punkte auf das erste Freitagsmodell gesetzt haben (d.h. Verzicht auf Wahl von LWA, Wahl zwischen Philosophie/Geschichte und Psychologie/Soziologie), und dieses trotzdem nicht bekommen haben (sie sind anscheinend sogar bei ein paar ganz schlimmen Dozenten gelandet und hatten bis um 20:00 am Freitag Übungen). So gleicht das Bidding wirklich eher einem Casino als etwas anderes, in dem man mit einem kleinen Einsatz bestimmt nicht weit kommt und mit einer All-In-Strategie vielleicht nicht weit kommt.

Raum für Verbesserung gibt es allemal, herrscht denn nämlich ein Marktversagen, bei dem diejenigen am Besten (gemessen an Zeitaufwand, Stress und Kopfschmerzen) davonkommen, die sich vom ganzen fernhalten und mal nehmen, was kommt.

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